Trainingsintensität

Ist Erfolg im Sport wirklich eine Frage der Trainingsintensität?

Trainingsintensität

Mir ist bekannt, dass Pausen eine wesentliche Einflussgröße im Hinblick auf die Kraftentwicklung beim Gewichtstraining darstellen. Bei der Betrachtung der einschlägigen Forschungsergebnisse zeigte sich, dass kürzere Erholungspausen zwischen den Sätzen für eine Zunahme der Muskelgröße optimal sind. Dies wird auf die erhöhte Konzentration anaboler (aufbauender) Hormone zurückgeführt.
Viele Sportler gehen davon aus, dass für die Maximalkraft eine Erholung von 1 bis 2 Minuten erforderlich ist. Aus der Forschung weiß ich jedoch, dass ein Kraftzuwachs speziell mit einer reduzierten Pausenlänge zwischen den Sätzen korreliert, das bedeutet, je kürzer die Pause, desto größer ist der Kraftzuwachs. Das setzt sich aus der Energiebereitstellung im Muskel (n ATP) und der Muskelermüdung zusammen.

Ein australisches Team stellte bei einem Test mit Bankdrücken fest, dass der Kraftzuwachs bei Sätzen, zwischen denen praktisch keine Pause stattfand (lediglich wenige Sekunden), größer war als bei Sätzen mit einigen Minuten Pause dazwischen (9,7 % bzw. 4,9 %).
Hier erhalten wir einen weiteren Beleg dafür, dass bei einer hohen Anzahl von Wiederholungen das Potenzial für die Laktatproduktion am größten ist und durch die Folgereaktionen größere Muskelzuwächse erreicht werden. Dies macht deutlich, dass das Heben schwerster Gewichte aus physiologischer Sicht nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für das Erreichen eines maximalen Kraftzuwachses bietet. (Maximalkraft und Schnellkraft)

Schauen wir uns nun die Trainingsintensität in deutschen Sportstudios an, wird jedem schnell klar, warum die Fitnesssportler keinen Erfolg haben werden. Da wird telefoniert, geplaudert, mit falschen Gewichten und falschen Ausführungen rumgehampelt, weil die uns als Trainer verkauften Mitarbeiter weder das Wissen, noch die Motivation mitbringen, dies zu ändern, oder uns wenigstens fachlich und zielorientiert anleiten zu können. Die Übungen werden falsch ausgeführt, da die Sportler in der Regel nicht wissen, welche Aufgabe der zu trainierende Muskel im Körper hat, wie seine Bewegungsamplitude ist und schon gar nicht Ansatz und Ursprung der primär und sekundär beteiligten Muskeln. Die Wiederholungen werden kaum bis zum Muskelversagen ausgeführt und die Pause bis zum nächsten Satz beträgt dann in der Regel gerne einmal mehrere Minuten. Von der überwiegend falschen Belastung, sprich Gewicht einmal abgesehen. Anstatt sich nun bei gut ausgebildeten Trainern zu informieren, wird mit unnötigen und teilweise ungesunden Supplementen wie Boostern, Amphetaminen oder sogar Anabolen Steroiden herumexperimentiert, um den sehnlichst gewünschten Trainingserfolg herbeizuzaubern.
Hier würde die Einführung eines Fitnessführerscheins sofort Abhilfe schaffen. Das würde allerdings Kosten für die Ausbildung der Mitarbeiter bedeuten oder zur Einstellung ausgebildeter und erfahrenen Trainer verpflichten.

Privat Trainer wie ich, beobachten diese Entwicklung seit langer Zeit mit Sorge

Verletzungen und gesundheitlich negative Spätfolgen sind hier vorprogrammiert. Schultern, Knie und Rückenleiden sind nicht ohne Grund die häufigsten Kündigungsgründe in unseren Studios. Hier sollten die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Sportstudios vom Gesetzgeber besser kontrolliert werden. Wenn jeder Bäcker, Maler oder KFZ Mechatroniker heutzutage ein Fitness-Studio eröffnen kann, ohne die entsprechende fachliche Ausbildung, Qualifikation und Trainingserfahrung nachweisen zu können, müssen wir uns über die gegebenen Umstände nicht wundern.

Es wird langsam Zeit den Studiobetreibern das fahrlässige Spiel mit unserer Gesundheit zu verbieten!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*